Schätzungsweise 10.000 Menschen kamen hier in den Jahren 1997 – 2002 bei dem Versuch um, nach Europa zu fliehen. Manche Flüchtlinge glaubten, sie könnten die Meeresenge durchschwimmen. Ein tödlicher Irrtum. Andere dachten, sie könnten in kleinen Ruderboten gegen die enorme Strömung ankämpfen. Viele schafften es mit letzter Kraft nach Spanien, mehr tot als lebendig.
Der deutsche TV-Sender Phoenix sendet am Mittwoch den, 05. August 2009 um 22:15 Uhr (Kanaren Ortszeit 21:15 Uhr) Alptraum im Fischerboot – Afrikas Flüchtlinge und Europas Fischereipolitik
ICN berichtete – Kanaren: Alptraum im Fischerboot – Mit letzter Kraft in Spanien
Afrikas Flüchtlinge und Europas Fischereipolitik. Fast täglich ein Boot voller Flüchtlinge – Tote, die niemand sehen will und auch niemand sieht – Viele Flüchtlinge schafften es nur mit letzter Kraft nach Spanien, mehr tot als lebendig.
Das größte Seegrab Europas liegt zwischen Spanien und Marokko. Schätzungsweise 10.000 Menschen kamen hier in den Jahren 1997 bis 2002 bei dem Versuch um, nach Europa zu fliehen. Seitdem die Meerenge engmaschig überwacht wird, versuchen die afrikanischen Flüchtlinge auf die Kanaren, nach Italien oder Griechenland zu gelangen. Sind diese Menschen ’selbst Schuld’, dass sie so waghalsige Überfahrten riskieren? Eine solche Frage ist absurd und lässt sich nur polemisch beantworten: Nein die Migranten riskieren ihr Leben bei dem Versuch nach Europa zu kommen nicht aus Langeweile. Analysiert man ernsthaft die Ursachen für die Migration, so steht die Europäische Union im Fadenkreuz. Seit Jahrzehnten fischen europäische Trawler vor der Küste Westafrikas und tragen dazu bei, dass den Menschen dort ihre Lebensgrundlage entzogen wird. Fast ausgestorben ist der Thiof, ein Barsch, der für die Senegalesen Grundnahrungsmittel ist.
Auf Booten, die grade für 15 Menschen angemessen wären, drängen sich mitunter über 100 Flüchtlinge mit viel zu wenig Trinkwasser für eine Überfahrt zusammen. Nur ein Teil kann sitzen, und sie haben viel zu wenig Trinkwasser mit an Bord. Jede Windböe, jede große Welle könnte das Ende der Menschen sein, denn die Bordwand ragt nur wenige Zentimeter aus dem Wasser. Es gab Fälle, bei denen badende Pauschaltouristen aus Deutschland, England und Holland auf den Kanaren mit ansehen haben, wie Flüchtlinge an den feinen Sandständen aus dem Boot kippten und vor ihren Augen an Dehydrierung starben. Im Jahr 2006 kam es vor Westafrikas Küsten zu vielen unbemerkten Tragödien. Tausende dieser Flüchtlinge überlebten die gefährliche Überfahrt auf die Kanarischen Inseln ‘Urlaubsinseln’ nicht. Exakte Daten über Flüchtlige gibt es nicht.
Kanaren: Für die Fangrechte vor Mauretanien zahlt die Europäische Union der Regierung 86 Millionen Euro im Jahr. Der gefangene Fisch ist auf den europäischen Märkten aber Milliarden wert. Doch die Menschen an Afrikas Westküste gehen leer aus. Sie fangen kaum noch Fisch, sind ohnmächtig gegen die Trawler und die hoch subventionierte europäische Fischindustrie.